Was, wenn du graben musst und der Boden zu hart ist, um ein Loch zu buddeln?
🐢 Vor genau diesem Problem stehen angesichts der Hitzewelle die Weibchen der wenigen Europäischen Sumpfschildkröten, die noch in Deutschland leben. Zur Eiablage gehen sie an Land und suchen sich möglichst eine sandige Böschung, um dort – in einem Loch, das sie selbst mit den Hinterbeinen ausheben – ihre Eier abzulegen.

Das kann problematisch werden, wenn zuvor hohe Temperaturen und zu wenig Niederschlag dafür gesorgt haben, dass die oberste Bodenschicht sich nicht mehr – auch nicht mit den Krallen – aufbrechen lässt.
Die Evolution hat hier eine wunderbare Lösung gefunden! 💧 Im hinteren Darmbereich dieser Sumpfschildkröten befinden sich zwei Ausstülpungen. Während des Winterschlafs unter Wasser dienen sie, weil sie stark durchblutet sind, der Sauerstoffaufnahme aus dem Wasser. Kurz gesagt: Die Europäische Sumpfschildkröte kann mit dem Hintern atmen! 😄
Im Sommer benutzen die Weibchen diese Ausstülpungen als Wassertank. Der wird gefüllt, wenn sie ihr Gewässer zur Eiablage verlassen. Haben sie einen geeigneten Ort für ihren Nestbau gefunden, entleeren sie die Wasserblasen – so wird der Boden aufgeweicht und sie können graben. Also: Keine Gießkanne, aber trotzdem eine Anfeuchtung und Aufweichung! Einfach genial! 🌞
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Wer mehr über die einheimischen Panzertiere erfahren möchte, die in Deutschland so unerhört gefährdet sind, kann sich schlau lesen im Sachbuch (ab Klasse 3) „Die Schildkröte“, erschienen in Staffel 5 von „Einheimische Wildtiere“ - Reihe „Schauen und Wissen“: mit pfiffigen Texten, interaktiven Elementen und wundervollen Fotos – erschienen im Hase und Igel Verlag.
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