... spät dran oder just in time?
Momentan machen Maikäfer meinen Garten unsicher - es ist aber Juni!
Es gibt tatsächlich Verwechslungsmöglichkeiten und wenig bekannte Infos zum Thema Maikäfer.
...just in time?
1. Der Junikäfer sieht den Maikäfern sehr ähnlich, ist aber nur halb so groß
Die allerhäufigste Ursache für späte Sichtungen angeblicher Maikäfer ist eine Verwechslung. Der Gerippte Brachkäfer – viel besser bekannt als Junikäfer – sieht dem Maikäfer täuschend ähnlich, ist aber kleiner (ca. 1,5 bis 2 cm) und ihm fehlt das typische Zickzack-Muster an den Seiten des Hinterleibs.
- Während die Maikäfer-Saison im Mai (oft sogar schon Mitte April) endet, fliegen die Junikäfer exakt ab der Zeit der Sommersonnenwende im Juni und Juli aus. Sie schwärmen besonders gerne in der Abenddämmerung an warmen Tagen.
2. Es gibt zwei Maikäferarten bei uns
Es gibt zwei Maikäfer-Spezies bei uns: den Feldmaikäfer und den Waldmaikäfer.
- Der Feldmaikäfer ist der klassische Frühstarter im April/Mai.
- Der Waldmaikäfer hingegen schlüpft generell etwas später. In kühleren Regionen oder schattigen Waldgebieten kann sich seine Hauptflugzeit durchaus bis in den Juni hinein verzögern.
Hier sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale
1. Das Pygidium (das Hinterleibsende) – Der beste Indikator
Das sicherste Merkmal ist die Form des sogenannten Pygidiums. Das ist das rappende, schwanzartig verlängerte Ende des Hinterleibs, das unter den Flügeldecken herausragt.
- Feldmaikäfer: Das Hinterleibsende ist lang, schmal gezogen und läuft spitz zu. Es ist zudem komplett nackt (unbehaart).
- Waldmaikäfer: Das Ende ist deutlich kürzer, stumpfer und am Ende oft leicht knotig oder knopfförmig verdickt. Außerdem ist es meist fein behaart.
2. Die Behaarung der Brust (Unterseite)
Wenn du den Käfer vorsichtig umdrehst und dir die Unterseite (den Brustbereich) ansiehst:
- Feldmaikäfer: Ist auf der Unterseite sehr stark und dicht weißgrau behaart (fast schon pelzig).
- Waldmaikäfer: Hat hier eine deutlich schwächere, weniger dichte Behaarung. Die dunkle Grundfarbe der Brust schimmert viel stärker durch.
3. Das Halsschild (Pronotum)
Das Halsschild ist der Bereich direkt hinter dem Kopf und vor den braunen Flügeldecken.
- Feldmaikäfer: Das Halsschild ist in der Regel schwarz.
- Waldmaikäfer: Das Halsschild ist oft rotbraun gefärbt (kann seltener aber auch dunkel sein, weshalb das Hinterleibsende immer der sicherere Gradmesser ist).
Der Schnellcheck im Überblick
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Merkmal |
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Feldmaikäfer |
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Waldmaikäfer |
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Hinterleibsspitze |
Lang, spitz, schlank |
Kurz, stumpf, am Ende "knopfförmig" |
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Halsschild |
Meist schwarz |
Meist rotbraun |
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Brustbehaarung |
Sehr dicht, pelzig weiß |
Spärlicher behaart |
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Lebensraum |
Offene Landschaften, Felder, Gärten |
Eher in und an Laubwäldern |
🔎 Mach den Check: Welchen Käfer zeigt das Bild oben?
(Richtig - das ist ein Waldmistkäfer.)
Außerdem: Wetterkapriolen und verschobene Zyklen sorgen für verschobene “Auftritte”
Maikäfer verbringen als Engerlinge drei bis vier Jahre im Boden. Wenn das Frühjahr extrem lang, kalt und nass war, verzögert sich die Bodenerwärmung. Die Käfer warten dann im Erdreich schlichtweg auf das Signal: „Es ist warm genug zum Schlüpfen.“ Hat sich der Frühling massiv verspätet, kann sich der gesamte Flugzyklus nach hinten verschieben.
Fazit: Wenn es im Juli um dich herum summt und brummt, hast du es zu 95 % mit den späten Verwandten – den Junikäfern – zu tun, die den warmen Sommerabend genießen!
Spannende Infos über Käfer (längst nicht nur) für Kinder
Nachlesen kann man interessante Infos über Käfer im Allgemeinen und Maikäfer im Besonderen im Sachbuch für Kinder unter dem Titel “Der Käfer”, erschienen bei Hase in Igel. Klick das Cover an, um zur Detailseite im Buch und zur Leseprobe zu gelangen!
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