Autoren suchen die Bestsellerformel

Wie schreibe ich ein Buch, das zum Bestseller wird?

Das ist die eine Frage, die sich die meisten Schriftsteller schon ganz am Anfang ihrer Karriere stellen, denn niemand schreibt ein Buch, ohne sich zu wünschen, dass es auch veröffentlicht und möglichst viel gelesen wird.

 

Wie aus einem einzigen Wort ein Kinderbuch-Bestseller wird: Meine kreative Formel

Gibt es sie eigentlich wirklich, die magische Bestsellerformel für packende Geschichten? Ein Geheimrezept, das man einfach nur nachkochen muss, damit ein Buch die Bestsellerlisten stürmt und die Herzen der jungen Leserinnen und Leser im Sturm erobert? Wenn man mich fragt: Ja, es gibt sie! Und ich teile mein persönliches Geheimnis für erfolgreiche Kinderbücher heute gerne mit dir.

Es ist nämlich viel unkomplizierter, als viele denken, und hat erstaunlich wenig mit stundenlangem, verkrampftem Nachdenken am Schreibtisch zu tun.

 

Kreativität auf Knopfdruck? Wie meine Kinderbuch-Ideen entstehen

Viele Menschen stellen sich das Leben als Autorin so vor, dass man tage- oder wochenlang am Schreibtisch sitzt, mühsam Mindmaps zeichnet und auf den großen Kuss der Muse wartet. Doch in der Realität lässt sich Kreativität nur selten auf Knopfdruck erzwingen. Manchmal braucht es stattdessen überhaupt kein langes, strategisches Brainstorming, um die eigene Fantasie anzukurbeln.

Ein einziges, ungewöhnliches Wort zur richtigen Zeit reicht völlig aus, um eine filmreife Kettenreaktion auszulösen und eine ganze Welt im Kopf entstehen zu lassen. Genau dieses faszinierende Phänomen ist mir passiert, bevor ich meinen Kinderroman „Der Rosenkohlpirat“ zu Papier gebracht habe. Das Buch ist im BVK (Buch Verlag Kempen) erschienen, hat sich zu einem echten Bestseller gemausert und ist mittlerweile schon in der phänomenalen 8. Auflage unterwegs! Doch wie kam es überhaupt zu dieser skurrilen Figur, die so ausdrucksstark fluchen kann und heute (immer noch) viele Kinder begeistert?

 

Der ganz normale Alltag als größte Inspirationsquelle für Autoren

Die Geburtsstunde des kleinen Piraten war kein idyllischer Spaziergang am Meer, sondern ein klassischer, hochexplosiver Konflikt am familiären Küchentisch. Es war einer dieser Tage, die wohl alle Eltern da draußen nur zu gut kennen: ein lautstarker Krach mit meinen Kindern. Das ewige Streitthema? Richtig, gesundes Gemüse. Genauer gesagt: drei absolut verhasste, leicht bitter schmeckende Rosenkohlköpfchen, die wie kleine, grüne Bomben, bereit zur Explosion, auf den Tellern meines Nachwuchses lagen. 💣💣💣

 

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Mitten im hitzigen Wortgefecht mit dem protestierenden Nachwuchs blitzte plötzlich ein absurder Gedanke in meinem Kopf auf. Wie ein Geistesblitz war sie da – die Idee zu einem kleinen, beinahe furchtlosen Gernegroß: Ich stellte mir einen Mini-Piraten vor, der auf einem geheimnisvollen Schiff mit Segeln aus echten, grünen Rosenkohlblättern heimlich durch die dunklen, unterirdischen Kanäle direkt unter unserer Stadt kreuzt. Rosenkohlpirat sollte er heißen.

Seine heroische Mission: Er eilt all den gequälten Kindern da draußen zu Hilfe, wenn „unmögliche“ Mütter und Väter von ihnen verlangen, das für ihren Geschmack eklige Gemüse zu vertilgen. Was der Rosenkohlpirat und sein menschlicher Verbündeter Mark – ein ganz normaler, angehender Viertklässler – gemeinsam in der Kanalisation erleben, ist ein unglaublich spannendes Abenteuer. Das Wort „Rosenkohlpirat“ musste in diesem kreativen Chaos also nur ein einziges Mal fallen. Der Rest der Geschichte, die Charaktere und die Handlung plotteten sich in meinem Kopf in Sekundenschnelle fast wie von selbst. Ich brauchte die Story danach eigentlich nur noch aufzuschreiben.

 

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(Klick aufs Cover, um zur Detailseite des Buches zu kommen)

 

Ungewöhnliche Wortschöpfungen als echtes Erfolgsrezept

Meine persönliche Formel für ein erfolgreiches Kinderbuch lautet daher: Halte im Alltag deine Augen und Ohren sperrangelweit offen für bizarre, lustige und unerwartete Wortkombinationen! Kinder lieben Wortspiele, das Kuriose und den kalkulierten Bruch mit der Realität. Wenn ein Begriff im ersten Moment ein lautes Lachen oder ein ungläubiges Kopfschütteln hervorruft, dann steckt darin oftmals der Keim für eine großartige Geschichte, die sogar Lesemuffel sofort fesselt.

Aus genau solchen sprachlichen Spielereien und Alltagsbeobachtungen sind bei mir im Laufe der Jahre nämlich schon drei extrem beliebte Kinderbücher entstanden. Neben unserem mutigen Gemüse-Kapitän erblickten durch diese Methode auch „Der Gurkenvampir“ und „Die tibetanische Rennschnecke“ das Licht der Welt. Beide Titel basieren auf demselben Prinzip: Man nehme etwas völlig Alltägliches oder eine herrlisch schräge Wortkombination und nehme sich die Zeit, einmal darüber nachzudenken, was DAS denn sein und erleben könnte.

Hinter jedem erfolgreichen Buch steckt eben oft kein tiefes Geheimnis, sondern ein ganz normaler, unperfekter Moment aus dem Familienleben, den man als Autorin nur im richtigen Augenblick einfangen und weiterspinnen muss. Wenn du das nächste Mal mit deinen Kindern oder Enkeln streitest oder ein seltsames Wort aufschnappst, hör genau hin – vielleicht ist es der Titel deines nächsten Lieblingsbuchs!

 

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