Worin soll der pädagogische Wert der Lesung bestehen?
Für viele Lehrer ist die Frage recht schwierig zu beantworten, wie sie die richtige Autorenlesung finden, die zu ihrer Klasse, ihrer Schule und der aktuellen Situation passt. Zunächst einmal sollte da die inhaltliche Frage geklärt werden, worin der pädagogische Wert der Lesung bestehen soll. Geht es ausschließlich darum, einem Autor oder einer Autorin zu begegnen und ihnen einmal direkt Fragen stellen zu können? Sollen Kinder den Produktionsprozess eines Buches kennenlernen? Sollen sie selbst einen Impuls erhalten, kreativ zu schreiben? Oder soll in der Klasse eine Lektüre gelesen werden, die aus der Feder des eingeladenen Autos stammt? Dann beginnt im Grunde genommen die Organisation der Lesung mit der Auswahl der passenden Lektüre. Das Buch muss aber nicht unbedingt zum Lehrplan passen. Es kann auch einfach eine Lesung veranstaltet werden, die wie ein Theaterbesuch oder ein Besuch bei einer anderen kulturellen Veranstaltungen den Schulalltag bereichert.
In welcher Form soll die Autorenlesung stattfinden?
Ganz wichtig ist es, vorab mit dem eingeladenen Autor zu klären, in welcher Form die Lesung stattfinden soll: Manche Autoren bieten reines Vorlesen, andere ein Gespräch, bei dem die Schüler ihre Fragen stellen können. Wieder andere Autoren bieten sogar Workshops an.
Hier gilt es frühzeitig zu klären, wo die eigenen Bedürfnisse liegen und was Autoren bieten – anschließend ist zu klären, wie beides zusammenpasst.
Wie bereiten sich Schüler:innen am besten auf eine Autorenlesung vor?
Ganz wichtig ist die Frage: “Wie können die Schüler auf die Lesung vorbereitet werden?” Sollten sie Fragen vorbereiten, die sich auf einen Text beziehen? Sollten sie sich vorab mit der Figur der Schriftstellers beschäftigen und Recherchen im Internet anstellen? Hier kommt es auch auf das Alter der Schüler an - in der zweiten Klasse ist eine Lesung wertvoll, aber sicher können Schülerinnen und Schüler keine eigenständige Recherche zur Person eines Autors unternehmen.
Lehrer:innen, die sich genau darüber im Klaren sind, welche Botschaft oder Lernziele ein Autor oder eine Autorin vermitteln sollen, können entsprechende Wünsche an die Schriftsteller herantragen. Im Gespräch lässt sich dann klären, wie genau die Lesung aussehen soll. Hier hilft oft die Klärung der Frage weiter: Warum ist genau dieser Autor für unsere Schule bzw. für die gastgebende Klasse interessant?
Wie ist die Lesung in den Lehrplan eingebettet?
Lehrer sollten eingeladene Autoren vorab genau informieren, auf welche Art und Weise die Lesung in den Stundenplan eingebettet ist: Wann beispielsweise ist der beste Zeitpunkt für eine Autorenlesung? Morgens früh? Über Pausenzeiten und das Klingelzeichen hinweg? (Wichtig!) Die Lesung kann anlässlich einer Projektwoche stattfinden, zum Welttag des Buches oder eben als Einstieg oder Abschluss einer Lektürephase - alles Dinge, die mit einem Autor im Gespräch geklärt werden müssen.

“Technische Daten" unbedingt vorab klären!
Beim Gespräch mit dem Autor sollte außerdem verhandelt werden, wie viele Schüler an der Lesung teilnehmen und wie lange die in etwa dauern soll.
Auch der Veranstaltungsort sollte vorab gut überlegt und dem Autor bekannt sein. Es ist ein Unterschied, ob man in einer Aula, einem Klassenzimmer oder einer Bibliothek auftritt.

Denn genau das ist es, was bei einer Lesung stattfindet:Sie ist wie ein Bühnenauftritt; so wie Schauspieler bestimmte Vorlieben und Abneigungen dabei haben, geht es natürlich Autoren auch.
Alle anderen harten Fakten müssen vor Unterzeichnen eines Vertrages über die Autorenlesung geklärt sein, vor allem …
- wie hoch das Honorar ist
- wer die Fahrt- und Übernachtungskosten, die gegebenenfalls anfallen, übernimmt.
Oft gibt es lokale Fördermöglichkeiten. Wer in der Nähe einen Buchladen seines Vertrauens hat, kann dort einfach einmal nachfragen – die Fachleute wissen in der Regel über Fördertöpfe in der Region Bescheid, da sie selber gelegentlich darauf zurückgreifen.
Oft finanzieren Fördervereine von Schulen Lesungen, um das Kulturprogramm an besagter Schule zu bereichern. Aber auch Sparkassen oder Versicherungen engagieren sich bisweilen in der Kulturförderung im schulischen Bereich. Ein Besuch im Kulturamt der Stadtverwaltung kann ebenfalls weiterhelfen.
Alles in allem gibt es bei einer Lesung eine Menge zu bedenken, aber es ist auch keine Hexerei, eine zu organisieren. Wichtig ist es, sich nicht von sehr hohen Lesungshonoraren in Musterverträgen irritieren zu lassen – längst nicht jeder Autor fordert 500 € für eine Veranstaltung. Eine Checkliste für Veranstalter von Lesungen kann man HIER herunterladen.
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