Blogarchiv

Mittwoch, 16. November 2016 - 07:20 Uhr

Eine Autorenlesung veranstalten / Ratgeber für Veranstalter & Autoren 19

Pressearbeit für Autoren

 

Autoren, die nicht für sich selbst werben können, gehen heutzutage im Literaturbetrieb unter. So einfach ist das.

 

Es ist also weder unangemessen noch unbescheiden, beim Veranstalter einer Lesung im Vorfeld anzufragen, ob und wenn ja, welche Medienarbeit geplant ist. Große Namen im Autorenheer müssen sich da weniger Sorgen machen - bei dem breiten Mittelfeld in der Schriftstellergilde ist hier Engagement gefragt. Schließlich bedeutet jeder Zeitungsartikel oder gar ein Radiobeitrag positive Werbung, evtl. mehr Buchverkäufe und vielleicht die Buchung der nächsten Lesung. Also nachfragen: wer kümmert sich bei einer Lesung um welche Bereiche der Öffentlichkeitsarbeit? Wenn auf Seiten des Veranstalters niemand zuständig ist bzw. aktiv wird: selber handeln!

  • Herausfinden, wie die wichtigen Zeitungen vor Ort heißen, anschreiben und auf den Termin aufmerksam machen; die Mail ggf. schon aufpeppen mit eigenem Infomaterial wie einem Flyer o.ä.
  • Wenn ein Reporter zur Lesung kommt, Material für diesen im Sinne einer kleinen Pressemappe bereithalten: Flyer, Biografie, Bibliografie, Poster, Freiexemplar des Titels, aus dem gelesen wird - vielleicht wird der ja an die Kulturredaktion weitergereicht und dort besprochen?! So eine Presssemappe wirkt professionell - und verhindert im Ernstfall, dass der eigene Name falsch geschrieben wird...
  • Falls kein Pressemensch erscheint: selbst eine Pressemitteilung verfassen, in der das Wer / Wann / Was / Wo / Wie zur Lesung knapp geschildert wird

Achtung beim Anfertigen von Foto- bzw. Filmmaterial wegen ggf. verletzter Persönlichkeitsrechte! Es kann sehr teuer werden, wenn Eltern, die einer Schule keine Einverständniserklärung erteilt haben, Bilder ihres Kindes zu publizieren, ihren Nachwuchs plötzlich in der Zeitung oder im www im Zusammenhang mit der Berichterstattung von einer Autorenlesung entdecken! Wenn die Presse so ein Bild publiziert: ihr Problem. Autoren sollten hier sehr umsichtig vorgehen. Gerade, wenn Minderjährige auf Bildern erscheinen, ist Vorsicht geboten. Auf jeden Fall nur Gruppenbilder anfertigen und beim Veranstalter, aber vor allem in Schulen nachfragen, wie der Umgang mit Bildmaterial gehandhabt wird. [In vielen Schulen sind Gruppenbilder erlaubt.] 

Am besten, man nimmt zu Lesungen einmal einen begabten Fotografen aus dem eigenen Freundeskreis mit oder händigt eine leistungsfähige Kamera einem Erwachsenen vor Ort aus mit der Bitte, ein paar Fotos von einer Lesung OHNE deren jugendliche Gäste zu schießen - so kann man als Autor an unverfängliches Bildmaterial für Presse und Internetauftritt kommen. Verpixeln von Gesichtern stellt eine weitere Möglichkeit dar, Bilder verwenden zu können - aber schön wirken diese mit dem sog. "Pornobalken" versehenen Fotos nicht....

Bei größeren Lesungen, die von Volljährigen besucht werden, reicht es, gut sichtbare Plakate aufzuhängen oder eine Aufschrift auf die Eintrittskarten zu drucken, die besagt, dass im Rahmen der Lesung Fotos und/oder Filmaufnahmen gemacht und veröffentlicht werden und dass die Besucher der Veranstaltung sich durch ihre Anwesenheit beim Event automatisch damit einverstanden erklären, dass diese publiziert werden dürfen. Um jeden Ärger zu vermeiden, sollte trotzdem auf solche Fotos und Filmausschnitte verzichtet werden, die einzelne Gäste sehr deutlich herausstellen.

 

 

podium


Tags: Leseförderung Autorenlesung 

390 Views