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Mittwoch, 13. Juli 2016 - 07:07 Uhr

Was mir zum Thema Bücher einfällt - 17

In Büchern trau ich mich...!

Angst ist gar kein so schlechter Ratgeber. Immerhin bewahrt sie uns davor, zu große Risiken einzugehen und ggf. zu Schaden zu kommen. Aber ein angstfreies Leben bedeutete gähnende Langeweile - ist also auch nicht wünschenswert. Immer, wenn ich eine Kirmes betrachte und das ebenso begeisterte wie angstvolle Gekreische der Achterbahnfahrer vorbeifliegen höre, weiß ich: Die suchen den Kick. Ganz bewusst.

Das Wunderbare an Büchern ist: Man kann zwischen den Buchdeckeln echte Drahtseilakte riskieren, ohne Angst haben zu müssen, tatsächlich im Falle X auf dem Boden hart aufzuschlagen. Das Empfinden echter Emotion gegenüber fiktiven Geschichten scheint mir beinahe angeboren, wenn ich sehe, wie Kinder mitgehen z. B. beim Vorlesen auf meinen Lesungveranstaltungen: Für die ist der gigantische Krake beim Angriff auf den Rosenkohlpiraten beinahe greifbar - aber einen Augenblick später sitzen sie trotzdem im Klassenzimmer oder der Schulaula. Nach der phantasievollen Kindheit kommt die Phase der Coolness, auch Pubertät genannt: Mir kann keiner was! So lautet die Botschaft. Und je älter ich werde - [Ich hatte gestern schon wieder Geburtstag! Das häuft sich in letzter Zeit!] - desto besser gelingt es mir, tatsächlich im Buch zu verschwinden beim Lesen. Da kann ich Risiken eingehen, so viel ich möchte. Tolle Sache...

 

 

 


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