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Thema am 7. Oktober: GENRES

Da ich an der Online Buchmesse hauptsächlich mit meinem aktuellen Werk unter dem Titel „Sid - Ein kleines Känguru sucht im australischen Busch seine Familie“ teilnehmen möchte, beschränke ich mich bei meinen Äußerungen zu dem Genre, in dem ich schreibe, selbstverständlich auf KINDERBÜCHER.

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Was fällt mir spontan zum Genre Kinderbuch ein?

Zunächst einmal möchte ich feststellen, DASS EIN KINDERBUCH, DAS EINEM ERWACHSENEN NICHTS ZU SAGEN HAT, EIN SCHLECHTES BUCH FÜR KINDER IST. Diese Erkenntnis ist nicht auf meinem Mist gewachsen, die stammt, soweit ich weiß, von Michael Ende, aber ich stimme ihm voll zu. Das Genre "Kinderbuch" vereinigt praktisch alle Möglichkeiten, die es in der Weltliteratur gibt, abgesehen von allem, was sich erotisch oder gewalttätig nennt, in sich. Es darf halt nicht zu kompliziert sein, wenn Werke sich an Kinder richten.

Mir sind bei meinem Schreiben für Kinder mehrere Dinge extrem wichtig:

  • Gut unterhalten durch eine gelungene Mischung aus Spannung und Witz
  • An die eigenen Fähigkeiten und die persönliche Neugier eines jeden jungen Lesers appellieren und ihn so in seinem eigenen Leben zu einem mutigen, selbstbewussten, aber gleichzeitig verantwortungsvollen Handelns einladen – im Buch kann man ja schon einmal in Gedanken üben, wie das geht: Zwischen den Seiten befindet man sich auf einem großartigen Übungsfeld und vor allem: in Sicherheit! Lesen kann wunderbar auf das Leben außerhalb von Büchern in dem Sinne vorzubereiten, dass eine Fähigkeit geschult wird, einerseits zu träumen, um einer bedrängenden Welt jederzeit entfliehen zu können, wenn es nötig ist. (Darauf haben Kinder ein Recht!) Andererseits sollte ein gutes Buch Inhalte vermitteln, die es ermöglichen, das eigene Leben besser zu leben.
  • Bücher bzw. die darin erzählten Geschichten möchte ich möglichst vielschichtig anlegen, um Menschen jeden Alters mit der Lektüre gut unterhalten zu können.

Kinder werden gerne unterschätzt. Heute ist es üblich, dass Kinder eine sogenannte moderierte Kindheit erleben, was bedeutet: Sie werden möglichst immer und überall von Erwachsenen begleitet, die ihr Tun kommentieren, sichern bzw. in bestimmte Bahnen lenken. Gerade angesichts dieser für mich wenig begrüßenswert erscheinenden Tendenz halte ich es für besonders wichtig, Kinder als Leser auf gar keinen Fall zu unterschätzen! Klar, wir haben das Problem, dass laut Studien angeblich etwa ein Viertel aller Viertklässler nicht versteht, was sie lesen. Inhaltlich ist es aber sicher so, dass Kinder deutlich höhere Ansprüche an ihre Lektüre stellen als gemeinhin angenommen wird. Deshalb versuche ich, meine Bücher in SCHICHTEN anzulegen.
Oberflächlich gelesen sollen sie möglichst spannend und lustig unterhalten. Gut unterhalten ist extrem wichtig, sonst wird ein Buch von Kindern gar nicht erst gelesen. Aber unter dem bloßen Unterhaltungsanspruch an der Oberfläche sollte sich auf jeden Fall eine weitere Schicht entdecken lassen, im besten Fall sollten sich in jedem literarischen Werk für Kinder mehrere Ebenen befinden. Jeder Leser mag dann individuell seinen Wünschen und Fähigkeiten entsprechend so tief einsteigen, wie es möglich oder nötig ist. Für grundsätzlich wichtig halte ich, dass unter der Oberfläche eines Buches nicht einfach nur Leere gähnt.

Mein Roman „Sid“ erzählt eine klassische Heimkehrer-Geschichte: kleines Känguru agiert etwas vorwitzig, stürzt bei einem Ausflug ungewollt einen Abhang hinunter, verletzt sich, wird von einem Schäfer gefunden und gesund gepflegt, aber auch vorübergehend eingesperrt. So verliert Sid den Kontakt zu seiner Familie, die er nach seiner Flucht weg von der Schafherde mühsam wieder suchen muss. Meine Bücher haben übrigens ein Happy-End-Garantie. Das Leben ist manchmal schwer genug, da muss nicht noch mein Buch eine Last aufs Herz wälzen. Botschaften lassen sich auch via Happy-End vermitteln.

Zum einen enthält mein Roman „Sid“ einen vollkommenen Perspektivwechsel, der auch erwachsene Leser amüsieren sollte. Das kleine Känguru erlebt z. B. erstmals den Kontakt mit Schäferhunden, einer Schafherde und einem Menschen, dessen stelzbeinige Fortbewegungsweise dem jungen Känguru vollkommen abwegig erscheint: Warum hüpft der Kerl nicht ordentlich?! Schockiert ist Sid, als er beobachtet, wie der Schäfer sich ein Stück vom Kopf abreißt und kurz darauf einen blitzschnellen Fellwechsel durchführt. In Wirklichkeit hat der Mann sich lediglich einen Hut ausgezogen und seine Jacke abgelegt. Witzig, wenn man die Situation oberflächlich betrachtet. Die Botschaft eine Schicht tiefer lautet: Ein solcher Perspektivwechsel lädt dazu ein, die Welt einmal mit anderen Augen anzusehen. Die Fähigkeit dazu ist eine entscheidende Voraussetzung für Toleranz – wichtig heutzutage.
In meinem Roman für Kinder ab 5 gibt es einen Anhang mit sogenannten „Bio-Infos“. Angesichts der Tatsache, dass sogar Staatsoberhäupter inzwischen mit Fake News ungeniert Politik machen, lässt es dringend geboten erscheinen, dass Kinder sich sehr, sehr früh damit auseinandersetzen, trennen zu lernen, was wahr ist, was erfunden. Sie müssen, um verantwortungsbewusst in einer Demokratie leben zu können, MEDIENKOMPETENT sein. Meine Bio-Infos vermitteln ihnen einen ersten Eindruck davon, wie leicht sich Dichtung und Wahrheit mischen lassen, aber auch, wie man beide wieder voneinander trennen kann.

Schichten. Eine leicht erzählte Story, aber bitte nicht seicht…

 

Ich hoffe, ich konnte am Beispiel meines Romans ein wenig verdeutlichen, was ich vom Genre „Kinderbuch“ erwarte bzw. wie ich versuche, den Begriff sinnvoll mit Inhalt zu füllen…

 

Bis morgen dann, wenn es um mein aktuelles Buch geht…

 

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