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Sonntag, 6. November 2016 - 07:20 Uhr

Eine Autorenlesung veranstalten / Ratgeber für Veranstalter & Autoren 14

Wird bei einer Autorenlesung wirklich nur gelesen...?

 

Schriftsteller haben ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie bei einer Lesung auftreten sollen. Sicher ist eine heftige Gestik bei einer Veranstaltung zu einer Biografie von Papst Benedikt nicht angebracht. Wird dagegen aus einem Kinderbuch vortragen, das im Fußballmilieu spielt, sieht das ganz anders aus.

Wie gestenreich ein Vortrag ausfällt, ist immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und Temperamentes. Die Empfehlungen dazu reichen dementsprechend von "Stillhalten!" bis "Lass alles raus!"

 

Jeder muss da zu seinem ganz persönlichen Stil finden - der dann auch noch von Werk zu Werk sorgfältig auf den vorgetragenen Inhalt abgestimmt werden sollte. Was grundsätzlich helfen kann, ist ein Besuch im Theater bei einer sogenannten szenischen Lesung: Da kann man bei den ausgebildeten Profis, den Schauspielern, abschauen wie die mit Gesten oder ggf. einer Veränderung der Stimmlage ihren Vortrag gekonnt untermalen. Einmal einen Poetry-Slam besuchen kann ebenfalls dabei helfen, die eigene Rolle für den Vortrag zu definieren.

 

Wer sich ganz besonders gut vorbereiten will, mag sich selbst einmal beim Lesen filmen und sich das Ergebnis anschließend kritisch betrachten. Andererseits hat eine gewisse Unbefangenheit auf seiten eines Referenten ebenfalls ihren ganz eigenen Charme. Schriftsteller haben schließlich auch das Recht, in ihre Rolle hineinzuwachsen und sich in ihrem ganz eigenen Tempo zu entwickeln.

Da konstruktive Kritik immer helfen kann, sollten sich Autoren ruhig am Ende einer Lesung ein Feedback beim Veranstalter einholen. Je nachdem, wer Träger der Lesung war, kann es sich dabei um erfahrene Leute handeln, die wirklich etwas Substantielles zu sagen haben...

 

podium 

 

 


Tags: Leseförderung Autorenlesung 

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