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Mittwoch, 2. November 2016 - 07:20 Uhr

Eine Autorenlesung veranstalten / Ratgeber für Veranstalter & Autoren 12

Den richtigen Ton treffen

 

Ganz klar: Wenn nur Erwachsene bei einer Autorenlesung anwesend sind, spricht ein Referent diese per Sie an. Findet eine Lesung ausschließlich vor Kindern statt, ist ein Du angebracht. Allerdings: Freilaufende Kinder ohne die Begleitung von Erwachsenen sind heutzutage ein extrem seltenes Phänomen - wer es als Referent ganz besonders höflich machen möchte, kann erst anwesende Lehrer, Erzieher oder Eltern im Rahmen einer Begrüßung per Sie ansprechen, um sich später mit einem unkomplizierten Du an die Mehrheit der Zuhörer, eben an die anwesenden Kinder, zu wenden.

 

Ein buchstäblich klangvoller Trick, um eine Lesung geschickt zu beginnen, besteht in der Verwendung einer Klangschale oder eines Klangstabes: Schlägt man die an [auch mehrfach hintereinander] entsteht ein tragender, voller Ton, der auch hartnäckiges Gemurmel und Geschwatze zum Schweigen bringt.

Eine Lesung mit lauter und erhobener Stimme zu beginnen, ist keine gute Idee, denn wer einmal sehr laut spricht, von dem wird es das Auditorium immer wieder verlangen. Das kann schnell für die Stimme extrem strapaziös werden, vor allem, wenn man - wie in den meisten Schulen - ohne Mikrofonanlage arbeitet.

Die Aufgabe, für die für eine Lesung nötige Ruhe zu sorgen, kann man getrost den Klanginstumenten überlassen. Deren Ton hat den schönen Effekt, nicht nur als wohlklingendes Signal zu dienen, sondern aufgrund seiner verebbenden Verlaufsform ganz nebenbei die Konzentration zu fördern, beruhigend in jedem Sinne zu wirken und quasi auf den nachfolgenden Sprecher hinzuleiten. Das Signal kann auch mehrfach während der Lesung eingesetzt werden, beispielsweise wenn zwischen dem Vorlesen und einer Diskussion Unruhe aufkommt, um die einzelnen Elemente sinn- und stilvoll gegeneinander abzugrenzen.

 

 

podium 

 

 


Tags: Leseförderung Autorenlesung 

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