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[nicht nur] zu Ostern

 

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23 Minuten Hörspaß für Menschen ab 5

Sonntag, 1. Mai 2016 - 11:56 Uhr

Kinder beim Lesen beteiligen - 7

Such! Wenn Kinder auf Vokal-Jagd gehen

Im Deutschen kennen wir fünf Vokale. In jedem Wort kommt mindestens einer vor - und im Gegensatz zu manch anderer Sprache tauchen Vokale im Deutschen in ziemlich kurzen Abständen auf.  Wenn zunächst die fünf Vokale von Kindern erkannt und gelesen, also in Sprache umgesetzt werden können, finden sie in jedem geschriebenen Wort wenigstens einen guten Bekannten.

Jeder Vokal kann einer bestimmten Emotion zugeordnet werden:

  • A >>> Bewunderung, Anerkennung, Lob
  • E >>> Verlegenheit, Ratlosigkeit, Sprachlosigkeit
  • I >>> Ekel, Abwehr, ein Zurückweichen
  • O >>> Staunen, Verblüffung, Verwunderung
  • U >>> Erschrecken, Angst, eine unangenehme Überraschung

Mit kleinen "Vokalgeschichten", in denen diese Emotionen beim Zuhörer angesprochen & mitgesprochen bzw. mitgelesen werden, lassen sich die fünf Vokale schnell lesen lernen. Eine Vokalgeschichte könnte so aussehen und klingen:

König Kugelrund

König Kugelrund aß gern und viel. In der Küche seines Schlosses arbeitete Kunigunde, eine Köchin. Diese Köchin brachte wirklich wunderbare Gerichte auf seinen Tisch. Jeden Mittag saß König Kugelrund gespannt in seinem Speisesaal. Kunigunde servierte und dem König lief schon vor dem Essen das Wasser im Mund zusammen. Wenn ein Diener den Teller vor  König Kugelrund stellte, schnupperte er stets erwartungsvoll. Immer duftete es verheißungsvoll. Voll Vorfreude sagte der König jeden Mittag angesichts der köstlichen Speisen: „A!“

Kaum hatte er den ersten Löffel des Gerichtes im Mund, hörte man von ihm ein Ehrfürchtiges:  „O!“

Weil es so gut schmeckte, aß König Kugelrund oft viel zu schnell. Wenn er den ersten Teller blitzgeschwind leergefuttert hatte, war ihm das manchmal ein bisschen unangenehm. Aber er wollte unbedingt weiteressen - es schmeckte doch so gut. Etwas verlegen reckte er dann den leeren Teller seinem Diener entgegen und machte nur: „E?“

Einmal wollte die Köchin ihren König necken, denn sie mochte ihn sehr. Dazu kochte sie ihm einen grünen Frosch aus Götterspeise, der sah ganz furchtbar echt aus. Sie versteckte den Frosch unter einem Blatt aus Marzipan. Als König Kugelrund neugierig mit seinem Löffel das Marzipanblatt beiseiteschob, entdeckte er plötzlich den Frosch. Da rief der König erschrocken: „I!“

Eines Tages trug der Diener wieder das Essen auf. König Kugelrund nahm erwartungsvoll den ersten Bissen. Aber es schmeckte ihm überhaupt nicht. Der König musste sich schütteln und schnaubte voll Abscheu: „U!“

„Wer hat die Suppe so schrecklich versalzen?“, wollte seine Majestät sofort wissen. Der König erschrak, als ihm sein Diener erklärte, dass Kunigunde für zwei Wochen im Urlaub war. Was für eine Katastrophe! Kaum kehrte Kunigunde nach ihrem Urlaub zurück in die Schlossküche, da machte ihr der König einen Heiratsantrag. Bald darauf heiratete der kugelrunde König tatsächlich seine Kunigunde, denn Liebe geht schließlich durch den Magen. Urlaub machten die beiden nach der Hochzeit immer gemeinsam – und Kunigunde sorgte für gutes Essen. So lebten sie glücklich und zufrieden bis an ihr Ende!


Tags: Leseförderung 

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