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Gratis-Hörbuch

[nicht nur] zu Ostern

 

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23 Minuten Hörspaß für Menschen ab 5

Donnerstag, 10. November 2016 - 07:20 Uhr

Eine Autorenlesung veranstalten / Ratgeber für Veranstalter & Autoren 16

Autorenlesungen preiswert, kostengünstig oder billig suchen...?

 

Wer Bücher publiziert hat, ist nicht automatisch reich - obwohl dieser weitverbreitete Irrtum sich hartnäckig hält. Das mag ganz beeindruckend aussehen, wenn bei einer Lesung rund 50 Buchexemplare den Besitzer wechseln, die jeweils 20 Euro kosten. Aber was kommt davon bei Autoren an? Eine Beispielrechnung zeigt: nicht viel.

Von den € 20,--/Buch erhält ein Schriftsteller ein Autorenhonorar zwischen 5 und 10 %, je nachdem wie der Vertrag mit dem Verlag ausgehandelt wurde, in unserem Fall also maximal € 2,--. Von diesem Betrag müssen noch die Buchhandelsrabatte abgezogen werden - so um die 40 %. Dann bleiben dem Autor ca. € 1,20/Buch (oder im Falle eines weniger vorteilhaften Vertrages € 0,60/Buch), die bitteschön ordnungsgemäß zu versteuern sind... Von den satten 1.000 Euro, die sich nach so einem Buchverkauf in der Kasse drängeln, gehen also nur € 60,-- (€ 30,-- bei einem 5%-Vertrag) an den Urheber des Werkes, abzüglich der Steuern.

 

Wirklich leben von ihrer Schreiberei können nur vergleichsweise wenige Autoren; für die anderen stellt ihre Autorentätigkeit ein teures Hobby bzw. eine kostspielige Leidenschaft dar, wenn man Zeit & Arbeit bis zum fertigen Werk gegen die damit verbundenen Einnahmen aufrechnet: ein Mindestlohn von € 8,50/Arbeitsstunde ist und bleibt für die Mehrzahl der Schriftsteller ein unerreichbarer Traum.

 

Autorenlesungen dürfen nicht preiswert sein - das können sich Schriftsteller angesichts der oben dargestellten Bedingungen der wirtschaftlichen Seite ihres Schaffens einfach nicht leisten! Auch muss bedacht werden, dass da nicht traumhafte Stundenlöhne im dreistelligen  Bereich für 45 Minuten oder 60 Minuten Veranstaltungsdauer gezahlt werden, sondern dass das Lesungsentgelt viel mehr Arbeitszeit - abgesehen von der Tätigkeit Texte zu verfassen - mit  entlohnt: Lesungen müssen vorbereitet und nachbereitet werden, Menschen mit einer Festanstellung müssen sich dafür Urlaub nehmen; An- und Abreise kosten meist viel Zeit.

 

In jedem Fall stellen Lesungen vor allem für die Unter- und Mittelschicht der Autoren eine wichtige Einnahmequelle dar - mit der sie ihre Arbeit finanzieren, denn der Buchverkauf allein bringt bei den meist kleinen Auflagen nicht genug ein, um als Kulturschaffender tätig zu sein - und zu bleiben.

In der Förderlandschaft bzw. auf gewerkschaftlicher Seite (verdi) kursieren Empfehlungen bezüglich der Höhe von Autorenhonoraren für Lesungen, die bei ca. € 255,-- liegen. Das Honorar für eine Lesung sollte jeder Autor unbedingt VOR DER VERANSTALTUNG IM RAHMEN EINES AUTORENVERTRAGES MIT DEM VERANSTALTER SAMT DEM FÄLLIGKEITSDATUM FÜR DIE ZAHLUNG FESTLEGEN!

 

Gratis lesen? Bitte nicht! Kollegen, die das tun, betreiben Lohndumping für andere Schriftsteller. Pfui...

Sich dem Argument beugen, die Lesung diene dem Buchverkauf und darin liege der wirtschaftliche Vorteil für Autoren? Bitte auch nicht. Die obige Beispielrechnung erklärt, warum - und auf kaum einer Lesung werden 50 Bücher verkauft... Ein Veranstalter, der eine Gratis-Lesung erbittet kann dafür einzig und allein gemeinnützige Zwecke als Argumente ins Feld führen und die sollte sich ein Autor genau explizieren lassen!

 

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Tags: Lesungen Ratgeber Autorenlesungen Leseförderung Autorenlesung 

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