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[nicht nur] zu Ostern

 

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23 Minuten Hörspaß für Menschen ab 5

Donnerstag, 27. Oktober 2016 - 07:20 Uhr

Eine Autorenlesung veranstalten / Ratgeber für Veranstalter & Autoren 8

Der Erfolg einer Lesung hängt auch vom Ambiente ab

 

Damit eine Autorenlesung den Besuchern / Teilnehmern in guter Erinnerung bleibt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass das Ambiente stimmt. Um zu entscheiden, was in einem Veranstaltungsraum möglich & nötig ist, ist es zunächst sinnvoll, zwischen zwei Typen von Lesungen zu unterscheiden:

  • Veranstaltungen in Schulen für Kinder und Jugendliche bzw. mit ihnen

  • Veranstaltungen in Buchhandlungen oder kulturellen Einrichtungen wie Theatern oder Bibliotheken, die sich eher an ein erwachsenes Publikum richten

Was gibt es bei Lesungen in Schulen zu beachten?

  • WICHTIG: Für die Ruhe im Auditorium sind die Lehrer verantwortlich, nicht die eingeladenen Autoren!

  • Das Sitzen am Boden wird gern von den Gastgebern vorgeschlagen, hat aber den Nachteil, dass Kinder nach kurzer Zeit unweigerlich beginnen, sich herumzulümmeln – darunter leidet die Aufmerksamkeit und der Stups beim Nachbarn führt gern zu Grenzstreitigkeiten. Diskutieren Sie mit dem Veranstalter, ob es keine Alternativen zum Sitzen am Boden gibt. Nicht alle Klassen bringen dafür die nötige Disziplin mit – und der Vortragende muss es ausbaden.

  • Die Kinder sollten im Veranstaltungsraum keine Jacken mit sich führen, ebensowenig Schultaschen oder Sportbeutel – jedes Accessoire, das Kids mit sich führen, stellt [leider] einen potentiellen Unruheherd dar.

  • Die Sitzordnung in Stuhlreihen bitte nach jeder Lesung kurz wieder geraderichten – stehen die Stühle nach dem Verlassen der ersten Schülergruppe kreuz & quer, wird die zweite Gruppe darauf mit Unruhe reagieren – klingt komisch, ist aber so J. Der kleine Eingriff in die Ordnung des Mobiliars, der so unangenehm preußisch klingt, hat eine erstaunlich große beruhigende Wirkung.

  • Unruheherde sofort entschärfen. Schon beim Betreten des Veranstaltungsraumes lässt sich durch aufmerksames Beobachten feststellen, wo die hot spots einer Klasse sich befinden, also jene Personen gehen, die schon nach kurzer Zeit ein enormes Störpotential entfalten können, weil sie den Sitznachbarn nicht unbehelligt lassen. Ein aufmerksamer und guter Lehrer entschärft solche Konstellationen – die vor allem im Grundschulalter problematisch werden können – bevor die Lesung beginnt. Ist das nicht der Fall: Dann kann bzw. sollte der Autor Personen umsetzen. Grundregel: Jungen und Mädchen nicht in den gewohnten Rudeln sitzen lassen, sondern gut mischen; diesbezügliches Meckern tapfer ignorieren und so fesselnd auftreten, dass die verpflanzten Schüler ihren Unmut vergessen, sobald die Lesung beginnt! Im Ernstfall, also bei fortgesetzten Störungen während der Lesung, kann solch ein „Umtopfen“ auch später erfolgen – am besten man setzt den Störenfried neben eine Lehrkraft und bittet diese bei der Gelegenheit doch bitte einzugreifen, sollte das nicht rechtzeitig durch die anwesenden Pädagogen aus eigenem Antrieb geschehen.

  • Lesen und diskutieren wechseln sich idealerweise ab. Ein Autor muss ein feines Gespür dafür entwickeln, wie man eine junge Zuhörerschaft bei der Stange hält und sein Programm entsprechend anpassen. Kinder und Jugendliche einzubeziehen ist ein wichtiges Element bei Autorenlesungen – es wird auch für Schriftsteller bereichernd sein zu hören, wie die jungen Leser Texte wahrnehmen.

  • Die Dauer der Lesung sollte sich nach dem Alter der Zuhörer richten – die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern in Gruppen ist heutzutage bedauerlich kurz – und wird stetig kürzer. 45 Minuten sind für Kindergarten, Vorschule sowie Grundklassen 1 + 2 eine lange Zeit. Für höhere Klassen sollten es nicht mehr als 60 Minuten sein. Wenn zwischen mehreren Veranstaltungen ausreichend Pausenzeiten eingeplant sind und die Kids sich interessiert und engagiert zeigen, kann man als Autor immer noch einen Nachschlag gewähren. Aber Achtung: Nicht übertreiben – eine Klasse besteht aus vielen Individuen. Sobald zu viele davon hinsichtlich der Dauer der Lesung überfordert werden, wird die Gesamtbilanz der Veranstaltung nicht positiv ausfallen – und das will niemand. Also rechtzeitig die Reißleine ziehen!

  • Bei der Wahl des Lesungstermins bedenken: Früh am Morgen sind Schüler fitter - das ist vor allem bei Veranstaltungen mit den unteren Klassen wichtig. Einen frühen Lesungstermin wählen, am besten gleich um 8!
  • Ganz wichtig: Man muss den Schülern ausdrücklich zu Beginn der Lesung mitteilen, dass an diesem Tag die Schulklingel in Bezug auf die Veranstaltung keine Geltung für sie hat – sie werden trotzdem wie Pawlowsche Hunde reagieren, sobald es läutet. Außerdem ist der Magen eines Schülers gut getaktet: Nicht über Pausenzeiten hinweglesen, ohne dass die Schüler vorher gegessen haben – sie werden hungers sterben! Also bitte bei Kollision der Lesezeit mit der Pausenzeit mit den verantwortlichen Lehrern im Vorfeld absprechen, dass das Frühstück vorher eingenommen werden kann. Die Erfahrung zeigt: Hungrige Schüler sind nahezu taub…

Im nächsten Blogbeitrag geht es um eine Lesung im Rahmen des Kulturbetriebes bzw. für erwachsene Gäste.

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Tags: Lesungen Ratgeber Autorenlesungen Leseförderung Autorenlesung 

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