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Gratis-Hörbuch

[nicht nur] zu Ostern

 

rabbit-hintergrund

23 Minuten Hörspaß für Menschen ab 5

Montag, 18. April 2016 - 08:34 Uhr

Warum Kinder nicht lesen wollen...

Bilder gegen Worte

Der Konflikt Bild gegen Wort ist neurophysiologisch für uns Menschen nicht ganz einfach: Unserer Natur und Entwicklungsgeschichte nach sind wir Augentiere. Die ganze Anatomie unseres Schädels, manchen Theorien zufolge sogar die Entwicklung des aufrechten Gangs, [der letztlich dafür sorgte, dass die Hände nicht mehr zum Laufen benötigt wurden, sondern frei wurden, um begreifen zu können,] kamen zustande, damit wir mit zwei Augen nach vorn, nah & fern scharf, räumlich sowie farbig ausgezeichnet sehen können. Klar, dass Bilder für ein so evoluiertes Lebewesen enorm wichtig sind. Das Sprechen lernte der Mensch in seiner Entwicklungsgeschichte wohl relativ spät. Die Rangfolge steht also durch die menschliche Evolutionsgeschichte fest: Bild ist zunächst für uns wichtiger als Wort.

Deshalb sind Bildeindrücke für einen Homo sapiens so viel reizvoller als Worte; reiz-voller ist hier durchaus auch in einem neurophysiologischen Sinn gemeint: Bei jedem Bild, das wir sehen, geht in unserem Gehirn durch die damit verbundenen Sinnesreize sozusagen die Post ab. Wenn Kinder also mehr am Bildschirm kleben als an Büchern, folgen sie quasi ihren "natürlichen Veranlagungen".

Sorgen wir dafür, dass es nicht so bleibt: Das Wort - und damit die Geschichten, die aus Worten zusammengesetzt sind - ist letztlich mächtiger als das Bild, weil es beliebig weit über die Wirklichkeit hinausgehen kann. Vor allem ist es fähig, das Kopfkino anzukurbeln, in dem eigene Assoziationen zu Bildern werden, zu mächtigen, spannenden, interessanten Bildern, die uns fesseln.

Zeichentrickfilme können sich - besonders, seit der technische Fortschritt Animationsfilme höchster Qualität ermöglicht - ebenfalls inzwischen beliebig weit von der Realität lösen. Trotzdem bleiben sie hinter Worten/Geschichten/Büchern zurück, da sie wenig bis keine Spielräume für die eigene Phantasie bieten.

Kinder für die Macht von Worten und Geschichten zu interessieren, sie spüren lassen, wie unglaublich wichtig, aufregend und interessant die Kommunikation per Wort & Schrift ist - darin liegt eine der zentralen Erziehungsaufgaben für Eltern. Mit Themen und Darstellungsformen (Comic, Star Wars-Saga oder Interaktive Geschichte etc., Werwolf-Story, Briefroman, Indianergeschichte usw.), die wirklich das kindliche Interesse fesseln, gewinnen Eltern den Nachwuchs für das Lesen. 

 


Tags: Leseförderung 

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